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Fachwissen › Wendeplatten

Hochvorschubfräsen mit dem KORLOY HQM sQuare

Kleine Schnitttiefe, grosser Vorschub pro Zahn: Das Hochvorschubfräsen verlagert die Schnittkraft in die Spindelachse. Der HQM sQuare nutzt dafür vier nutzbare Schneidkanten pro Platte.

Was ist Hochvorschubfräsen?

Beim Hochvorschubfräsen arbeitet man mit geringer axialer Zustellung und sehr hohem Vorschub je Zahn. Der flache Eintrittswinkel lenkt die Schnittkraft nach oben in die Spindel statt seitlich gegen das Werkzeug. Das Ergebnis: weniger Schwingungen, längere Auskraglängen sind möglich, und das Zeitspanvolumen steigt, obwohl pro Überlauf nur wenig Material abgetragen wird.

KORLOY führt die Baureihe HQM unter der Bezeichnung sQuare. Die Platte ist vierschneidig, die Schneidkante helikal verwunden, der Spanwinkel positiv. Auf der Spanfläche sitzen mehrere Näpfchen, die die Wärme verteilen. Der Hersteller nennt als Ziel eine hohe Stabilität der Schneide bei prozesssicherem Lauf.

Wann ist der HQM die richtige Wahl?

KORLOY unterscheidet drei Baureihen für den Hochvorschub. Die Wahl richtet sich nach Durchmesser und Anforderung:

BaureiheSchneidkantenEinsatzbereich
HQM4 flache SchneidkantenHoher Vorschub, hohe Steifigkeit, gute Spanabfuhr
HFM—Kleine Durchmesser ab Ø 8,0 mm
HRM3 flache SchneidkantenAllgemeines Hochvorschubfräsen

Welche Sorte und welcher Spanbrecher für welchen Werkstoff?

Die Empfehlung des Herstellers je ISO-Gruppe. Die erstgenannte Sorte ist die Hauptempfehlung, die zweite eine Ausweichsorte:

ISOWerkstoffSorteAusweichsorteSpanbrecher
PStahlPC3700PC5300MM, MF, ML
MRostfreier StahlPC9540PC5300ML, MF
KGussPC6100PC5300MF, MM
SWarmfeste Legierungen, TitanUNC840UPC845, PC5300ML, MF
HGehärteter StahlPC2510PC2505MM, ohne (SQMW)

Die Spanbrecher unterscheiden sich in der Schnittkraft, nicht nur in der Spanform:

  • ML – Titan und rostfreier Stahl. Geringe Schnittkraft, für prozesssicheren Lauf bei zähen Werkstoffen.
  • MF – Rostfreier Stahl und Guss. Schlichtbearbeitung.
  • MM – Stahl. Allgemeine Bearbeitung.
  • ohne Spanbrecher – Gehärteter Stahl. Besonders stabile Schneidkante, Ausführung SQMW.

Welche Wendeplatten passen auf den HQM?

Auf die Baureihe passen vier Platten: SQMT120516R und SQMT140520R mit den Spanbrechern ML, MF oder MM, dazu SQMW120516 und SQMW140520 ohne Spanbrecher für gehärteten Stahl. Die 12er Platte erlaubt 1,5 mm Schnitttiefe, die 14er 2,0 mm.

BezeichnungSpanbrecherICEckenradiusDickeap max
SQMT120516RML / MF / MM12,0 mm1,6 mm5,00 mm1,5 mm
SQMT140520RML / MF / MM14,0 mm2,0 mm5,56 mm2,0 mm
SQMW120516ohne12,0 mm1,6 mm5,00 mm1,5 mm
SQMW140520ohne14,0 mm2,0 mm5,56 mm2,0 mm

Welche Werkzeugkörper gibt es?

HQMCM – Messerköpfe mit Bohrung. Durchmesser Ø 50 bis Ø 100 mm, drei bis acht Zähne. Die Bohrung wächst mit dem Durchmesser: Ø 22 mm bei den kleinen Körpern, Ø 27 mm im mittleren Bereich, Ø 32 mm bei Ø 100.

HQMS – Schaftfräser. Ø 32 und Ø 40 mm, zwei bis vier Zähne, Gesamtlänge 150 mm, Schneidenlänge 50 mm. Weldon- oder Zylinderschaft.

Die zulässige Schnitttiefe hängt an der Plattengrösse, nicht am Körper: 1,5 mm bei SQ12, 2,0 mm bei SQ14.

Wie liest man den Bestellschlüssel?

Messerkopf, Beispiel HQMCM063R-22-6-SQ14:

StelleBedeutung
HQMBaureihe
CMesserkopf
MMetrisch
063Durchmesser Ø 63 mm
RInnenkühlung, rechtsschneidend
22Bohrung Ø 22 mm
6Zähnezahl
SQ14für Platte SQMT14

Schaftfräser, Beispiel HQMS032R-3W32-150-SQ14: S steht für Schaft, 032 für Ø 32 mm, 3 für die Zähnezahl, W für Weldon (C wäre zylindrisch), 32 für den Schaftdurchmesser, 150 für die Gesamtlänge.

Wie tief darf man mit dem HQM rampen?

Der HQM kann schräg eintauchen. Der zulässige Rampenwinkel RMPX ist klein und hängt vom Durchmesser und der Plattengrösse ab – beim Ø 63 nennt der Hersteller 0,7° für SQ12 und 1,1° für SQ14. Die nötige Rampenlänge ergibt sich aus:

Lmin = APMX ÷ tan(RMPX)
Beim Ø 63 mit SQ12 sind das 122,8 mm, mit SQ14 noch 104,2 mm.

Drei Regeln des Herstellers dazu:

  • Der Tischvorschub vf soll beim Rampen unter 70 % der empfohlenen Schnittwerte bleiben.
  • Beim Helixfräsen muss die Steigung DHmax kleiner sein als APMX.
  • Beim Rampen muss die Schnitttiefe kleiner sein als APMX.

Warum muss der Eckenradius im CNC-Programm korrigiert werden?

Die Schneidkante des HQM ist nicht kreisförmig. Wer den programmierten Radius direkt übernimmt, erhält Übermass oder Restmaterial. KORLOY gibt die Abweichungen je Radius an – bei SQMT120516R-MM mit programmiertem R3,0 bleibt ein Untermass von 1,26 mm, bei SQMT140520R-MM mit R4,0 ein Übermass von 0,03 mm und ein Untermass von 1,29 mm. Diese Werte gehören ins Programm, sonst stimmt die Kontur nicht.

Wie viel Standzeit gibt KORLOY an?

KORLOY vergleicht den HQM im Trockenschnitt an Werkzeugstahl 90MnCrV8 mit einem Wettbewerbswerkzeug und nennt 160 % und 133 % längere Standzeit sowie eine höhere Ausbruchfestigkeit. Das sind Herstellerangaben aus dessen eigenen Versuchen, keine unabhängig geprüften Werte. Die Schnittwerte dieser Versuche lagen bei vc 135 bis 150 m/min, fz 1,66 bis 1,75 mm und ap 0,8 bis 1,2 mm.

Ein Hinweis aus der Praxis: Hochvorschubfräsen lebt von der Steifigkeit der ganzen Kette. Eine lange, schlanke Aufnahme nimmt dem Verfahren seinen Vorteil. Prüfen Sie zuerst die Spannung, dann die Schnittwerte.

Wo bekommt man die HQM-Baureihe in der Schweiz?

Wir führen die Baureihe ab Lager: Messerköpfe und Schaftfräser in der Kategorie Hochvorschubfräser, die Platten bei den HM Wendeplatten.

Grundlage dieses Artikels ist die technische Mitteilung TN118-DE-01 vom 5. März 2025 von KORLOY: TechNews HQM (PDF). Massangaben und Empfehlungen stammen aus dieser Quelle. Schnittwerte sind Richtwerte und müssen an Maschine, Spannung und Werkstoff angepasst werden.

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