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Fachwissen › Wendeplatten

ISO-Bezeichnung lesen: was CNMG 120408 bedeutet

Form, Freiwinkel, Toleranz, Ausführung, Grösse, Dicke, Eckenradius – die zehn Stellen einer Wendeplatte erklärt, damit Sie im Katalog nicht mehr raten müssen.

Wer zum ersten Mal einen Wendeplattenkatalog aufschlägt, sieht Bezeichnungen wie CNMG 120408 und fragt sich, wer sich das ausgedacht hat. Die Antwort: die ISO. Und wenn man den Aufbau einmal kennt, liest man aus zehn Zeichen die komplette Geometrie – ohne Katalog.

Aufbau der ISO-Bezeichnung einer Wendeschneidplatte
Die zehn Stellen am Beispiel CNMG 120408

Die ersten vier Buchstaben

Sie beschreiben die Platte selbst – Form, Winkel, Toleranz und Ausführung.

1 · Grundform

Der erste Buchstabe sagt, wie die Platte aussieht. Je spitzer die Ecke, desto besser kommt man an Konturen heran – und desto schneller bricht sie.

CodeFormSchneidkantenKennzeichen
Squadratisch 90°8sehr stabil, nur Geradschnitt
Crhombisch 80°4der Standard im Aussendrehen
WTrigon 80°6wie C, aber günstiger pro Schnitt
Tdreieckig 60°6gut für Kopierarbeiten
Drhombisch 55°4kommt näher an Konturen
Vrhombisch 35°4sehr spitz, für enge Konturen

2 · Freiwinkel

N steht für 0 Grad – eine negative Platte. Sie ist stabiler und lässt sich wenden, weil beide Seiten Schneidkanten tragen. C für 7 Grad und P für 11 Grad sind positive Platten: geringere Schnittkräfte, dafür nur eine nutzbare Seite. Positiv nimmt man bei dünnwandigen Teilen und in der Innenbearbeitung.

3 · Toleranzklasse

M ist die übliche mittlere Toleranz. G ist präziser und teurer – nötig, wenn ohne Nachmessen auf Mass gedreht wird.

4 · Ausführung

G bedeutet: mit Loch und beidseitigem Spanbrecher. T heisst mit Loch und einseitigem Spanbrecher, N ohne Loch und ohne Spanbrecher.

Die sechs Ziffern

Sie geben die Masse – und hier stolpern die meisten.

StelleBedeutungBeispiel 120408
12Schneidkantenlänge in mm12 mm
04Dicke, in Sechzehntelzoll4/16 Zoll = 4.76 mm
08Eckenradius in Zehntel mm0.8 mm

Der häufigste Irrtum: Die mittleren zwei Ziffern sind nicht die Dicke in Millimetern. 04 heisst 4/16 Zoll, also 4.76 mm – nicht 4 mm. Bei 03 sind es 3.18 mm.

Der Eckenradius ist die wichtigste Ziffer

Er entscheidet über Oberfläche und Stabilität zugleich. Ein grosser Radius trägt mehr Vorschub und hält länger, drückt aber stärker – bei schlanken Teilen bis zum Rattern. Ein kleiner Radius gibt eine schärfere Kontur und geringere Schnittkräfte, verschleisst aber schneller.

Faustregel: Der Eckenradius sollte kleiner sein als die Schnitttiefe. Sonst schneidet nur der Radius, und die Schnittkraft drückt in die falsche Richtung.

Was die Bezeichnung nicht verrät

Zwei Dinge stehen nicht im ISO-Code, entscheiden aber über das Ergebnis: die Spanleitstufe und die Schneidstoffsorte. Beide hängt der Hersteller hinten an – bei CNMG 120408 MM PC5300 ist MM die Spanleitstufe und PC5300 die Sorte.

Die Sorte richtet sich nach dem Werkstoff. Welche wir für Stahl, Inox, Guss und Aluminium führen, steht in der Sortenübersicht.

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